Historische Entwicklung
und zukünftige Szenarien -
mehr zu Sedimentmanage-
ment und Strombau.
Sedimentfang

Im Frühjahr 2008 wurde zur Optimierung der Wassertiefenunterhaltung in der Tideelbe gemeinsam durch die Hamburg Port Authority und die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ein Sedimentfang auf Höhe des Wedeler Jachthafens errichtet.

Lage des Sedimentfangs

Im Sedimentfang, der sich rund 300 Meter über die gesamte Fahrrinne erstreckt, sollen sich die stromauf transportierten, marinen Sedimente ablagern, welche ohne Sedimentfang sohlnah bis in den Hamburger Hafen transportiert werden und dort gebaggert werden müssen. Außerdem soll verhindert werden, dass sich die "sauberen", marinen Sedimente mit dem von Oberstrom eingetragenen zum Teil stark belasteten fluvialen Material vermischen. Somit ist dieses neuartige Wasserbauvorhaben ein wichtiges Instrument zur Unterstützung der Unterhaltungsarbeiten, die seitens HPA und WSV an der Tideelbe durchgeführt werden.

3D-Darstellung der aktuellen Elbfahrrinne bei Wedel (Blickrichtung aus West - Südwest), HPA-Peildienst 2008

Vom Sedimentfang aus erfolgt dann im Rahmen der regelmäßigen Unterhaltung eine Umlagerung der Sedimente stromabwärts in ebbstromdominierte Bereiche. Die Umlagerung erfolgt mit Hopperbaggern, die ein Laderaumvolumen von 5˙000 bis 10˙000 m³ haben. Die Umlagerung in diese Bereiche verhindert, dass die Sedimente mit Hilfe des Flutstroms wieder Richtung Hamburger Hafen gespült werden. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass der Ebbstrom hier soviel Kraft besitzt, dass die Sedimente mit dem abfließenden Wasser überwiegend in Richtung Nordsee treiben.

3D-Darstellung der aktuellen Elbfahrrinne bei Wedel (Blickrichtung nach Osten), HPA-Peildienst 2008

Ein weiterer Vorteil des Sedimentfanges besteht darin, das sich hier größere Mengen Sedimente ansammeln können, ohne dass es gleich zu einer Einschränkung der Wassertiefen kommt und umgehend gebaggert werden muss. Dadurch können die Baggerungen zeitlich flexibler und somit ökonomisch und ökologisch effizienter durchgeführt werden.

Durch den Sedimentfang und die neue Umlagerstrategie soll der Sedimenthaushalt der Tideelbe stabilisiert und die Baggermengen in Hamburg reduziert werden. Kreislaufbaggerungen werden unterbunden und die Kosten für die Umlagerung und Behandlung von gebaggerten Sedimenten gesenkt.

Diese Maßnahme ist als ein erster Baustein eines ganzheitlichen Sedimentmanagementkonzeptes für die Tideelbe zu verstehen. Sie ist nicht Teil der geplanten Fahrrinnenanpassung.

Nachfolgend sind der Erläuterungstext zur Planung des Sedimentfangs sowie dessen Anlagen zum Download bereitgestellt.
Funktionsweise eines Sedimentfanges:

Die Funktionsweise des Sedimentfanges lässt sich in zwei grundlegende Prinzipien unterteilen.
So hat die Vertiefung der Gewässersohle eine lokal begrenzte Vergrößerung des Fließquerschnittes zur Folge. Da sich die Fließgeschwindigkeit v in einem Gewässer als Quotient aus Durchfluss Q und Fließquerschnitt A ergibt und nach dem Kontinuitätsgesetz für inkompressible Flüssigkeiten der Durchfluss (Menge/Zeit = m³/s = konst.) konstant bleiben muss, ergibt sich hieraus eine Verringerung der Fließgeschwindigkeit im Bereich des Sedimentfanges. Der Durchfluss Q, der in der Hydrologie auch als Zu- oder Abfluss bezeichnet wird, gibt dabei also den Volumenstrom im Wasserkörper an, also das Volumen V, das in einem Fließgewässer in einer bestimmten Zeit t eine Querschnittsfläche A passiert (Einheit: m³/s). Es gilt:

, woraus folgt:   .

Außerdem gilt:

Schematische Darstellung des Sedimentfangs bei Wedel

Die verringerte Fließgeschwindigkeit hat nun ebenfalls eine Verringerung von Turbulenzen und eine Verringerung der Sohlschubspannung (auch Schleppspannung genannt) an der Gewässersohle zum Ergebnis. Dies begünstigt die Sedimentation feinerer Partikel. Von der Strömung mitgeführte Partikel sedimentieren im Allgemeinen, wenn im Gewässer die für den Transport benötigte Fließgeschwindigkeit (kritische Strömungsgeschwindigkeit) unterschritten wird und erodieren bzw. werden erneut mobilisiert, wenn eine entsprechende kritische Sohlschubspannung überschritten wird. Die den einzelnen Partikeln zuzurechnende kritische Strömungsgeschwindigkeit bzw. Sohlschubspannung ist dabei von Partikeleigenschaften wie Korngröße, Form und Material abhängig. Dementsprechend werden diese Partikel verschiedenen Fraktionen zugewiesen. Je geringer die Strömungsgeschwindigkeiten im Fließquerschnitt sind, desto feinere Sedimentfraktionen können an der Gewässersohle bzw. im Sedimentfang sedimentieren.

Eine weitere, für den Wedeler Sedimentfang weitaus wichtigere, Wirkung ergibt sich aus der abrupten Vertiefung der Gewässersohle. Partikel mit entsprechend großen Durchmessern, bei denen die Schleppspannung nur geringfügig überschritten wird, wandern in einer flächigen Bewegung über die Sohle. Dieses bewegte Material wird auch als Geschiebe bezeichnet. Das Geschiebe in der Tideelbe wird bei Flutstrom von der Nordsee kommend Richtung Hamburg bewegt und fällt an der seeseitigen Kante der Vertiefung in den Sedimentfang, wo es im strömungsberuhigten Schatten der Stufe liegen bleibt.

Bauphase:

Nachdem am 5. Mai 2008 mit der Umsetzung der Maßnahme begonnen wurde, konnte der Sedimentfang bereits acht Wochen später am 23.Juni 2008 fertig gestellt werden.

Dazu wurde vorerst im Bereich der bestehenden Fahrrinne über die gesamte Breite von rund 300 Meter eine anderthalb Meter tiefe und zwei Kilometer lange Stufe in der Gewässersohle angelegt. Das mittlere Böschungsverhältnis beträgt am Nordufer 1:11 und am Südufer 1:21, wobei sich diese Böschungsneigung aufgrund von natürlichen Prozessen eingestellt hat.

Gebaut wurde der Sedimentfang mit dem Hopperbagger Geopotes 15 der niederländischen Firma Van Oord. Der Laderaumsaugbagger mit seinem Ladevolumen von 10.000 m³ verfügt über zwei Saugrüssel mit denen er den Sand aufnimmt. Das aufgenommene Material wurde 90 Kilometer stromabwärts in eine durch Erosion entstandene Senke vor der Cuxhavener Kugelbake verbracht.

Bereits während der Herstellung wurden Neusedimentationen von rd. 30.000 m³/Woche registriert. Nach vollständiger Herstellung rechnet man jetzt mit rd. 55.000 m³/Woche.

Begleitendes Monitoringprogramm:

Der Sedimentfang vor Wedel ist ein Pilotprojekt und zugleich ein großangelegter, praktischer Test für die Realisierung eines neuen innovativen Bausteins für ein ganzheitliches Strombau- und Sedimentmanagementkonzept. Es liegen für eine solche Maßnahme bislang keine vergleichbaren Erfahrungen an der Tideelbe oder anderen Tideflüssen vor. Daher wurde die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) von der HPA in Abstimmung mit der WSD Nord, den WSÄ Hamburg und Cuxhaven sowie der BAW mit der Auswertung der im Rahmen eines Monitoringkonzeptes erhobenen Daten sowie der Erstellung eines mehrteiligen Berichtes mit dem Titel „Monitoring zu morphologischen, ökologischen und naturschutzfachlichen Auswirkungen des Sedimentfangs„ beauftragt.
Das Monitoringprogramm umfasst die Überprüfung der morphologischen und ökologischen Auswirkungen der Herstellung und des Betriebes des Sedimentfangs. Im Zuge des Monitorings werden im Wesentlichen die Auswirkungen des Sedimentfangs auf die Hydrologie und Morphologie, Nährstoff- und Sauerstoffhaushalt, auf Schadstoffbelastung, ökotoxikologische Wirkungen sowie, die Biologie im Umfeld des Sedimentfangs untersucht.
Über die Ergebnisse des begleitenden Monitorings wird fortlaufend berichtet. Zunächst ist im November 2009 der Anfangsbericht veröffentlicht worden. Die nachfolgenden Teilberichte sind dann auch Grundlage für eine weitere Abstimmung und Anpassung des gegenwärtigen Monitoringkonzepts und -programms.

Das Monitoringprogramm ist in 3 Ebenen gegliedert. Diese umfassen:

  • Ebene 1 (Freigabeuntersuchung)
  • Ebene 2 (Auswirkungsprognose)
  • Ebene 3 (Verbesserung des Prozessverständnisses)

Die im Rahmen der Ebene 3 durchzuführenden Auswertungen im Bereich des Sedimentfangs sind dabei Bestandteil des durch die HPA und WSV erstellten Strombau- und Sedimentmanagementkonzepts und stellen überdies einen wichtigen Beitrag zu einer künftigen Weiterentwicklung und Fortschreibung des im Jahr 2008 beschlossenen Strombau- und Sedimentmanagementkonzepts dar.
Das Monitoringkonzept wird durch weitere Untersuchungen seitens der WSV und HPA ergänzt.

Übersicht über Termine, Zeiträume und die wesentlichen Inhalte der Berichterstattung über den Sedimentfang vor Wedel
Monitoringbericht

Der Gesamtbericht setzt sich aus mehreren Teilberichten zusammen, die in regelmäßigen Abständen über die Baggerarbeiten zur Herstellung und Unterhaltung des Sedimentfangs, das begleitende Monitoringprogramm und die Auswerteergebnisse informieren. Die nebenstehende Abbildung gibt einen Überblick über die einzelnen Berichte. Alle hier genannten Termine und Inhalte sind vorläufig und können daher jederzeit in gegenseitiger Absprache zwischen der HPA und der BfG unter Beteiligung des WSA Hamburg aktuellen Entwicklungen und Erfordernissen angepasst werden.

Der erste Teilbericht umfasst einen Berichtszeitraum, der Anfang 2008 mit den konzeptionellen Überlegungen zu einem Sedimentfang vor Wedel beginnt, dann über das abgestimmte Monitoringkonzept zur Überwachung seiner möglichen Auswirkungen berichtet und mit der Berichterstattung über die Herstellung desselben im Zeitraum Mai bis Juni 2008 abschließt. Die nachfolgenden Teilberichte bis Dezember 2011 werden über das durchgeführte Monitoringprogramm und die Ergebnisse der daran anschließenden Datenauswertung über die Wirksamkeit, Auswirkungen und die Baggerarbeiten zur Unterhaltung des Sedimentfangs informieren.

Übersicht Probenahmepunkte bei Sedimentbeprobung am 07.03.2008 (Quelle: BfG, Anfangsbericht)
Monitoringprogramm - Durchführung und Ergebnisse der Nullbeprobung

Eine Nullbeprobung der Sedimente vor Herstellung des Sedimentfangs wurde am 07.03.2008 durchgeführt. Es wurden 15 Sedimentkerne in dem für die Herstellung des Sedimentfangs vorgesehenen Bereich zwischen Elbe-km 641,8 und 643,8 entnommen.

 

Peilung der HPA auf dem Digitalen Geländemodell der WSV
Monitoringprogramm - Gewässervermessung

Im Rahmen der Gewässervermessung wurden sowohl Flächenpeilungen als auch Sedimentecholotungen durchgeführt.
Die Flächenpeilungen wurden mit den auf Peilschiffen der HPA vorhandenen Einrichtungen durchgeführt. Die insgesamt 14 Messungen fanden zwei- bis vier-wöchentlich im Zeitraum vom 29.02. bis 19.12.2008 statt. Dabei wurden hydrografische Aufnahmen des Bereichs des Sedimentfangs und seinem nahen Umfeld (unter- / oberhalb, Randbereiche) gemacht.

Auswertung der Echolotpeilungen

Die Sedimentecholotung wurde mittels parametrischer Mehrfrequenzpeilungen mit dem ADMODUS Verfahren durchgeführt. Nach einer einmaligen Kalibirierung mittels ADMODUS Sonde erfolgten die Messungen zwei- bis vier-monatlich im Zeitraum vom 14.07. bis zum 22.12.2008. Zur Messung wird das ADMODUS an die vorhandenen Echolotschwinger angekoppelt und kann somit alle Peilungen parametrisch auswerten.

Übersicht - Monitoringprogramm
Monitoringprogramm - Bewertung des ökotoxikologischen Potenzials

Die Untersuchung des Baggergutes im Bereich des Sedimentfangs an 3 Probestellen erfolgte gemäß der HABAB-WSV (BfG, 2000) und dem BfG-Merkblatt "Ökotoxikologische Baggergutuntersuchung" (BfG, 2007). Die hierbei angewandten ökotoxikologischen Testverfahren repräsentieren verschiedene trophische Ebenen des aquatischen Ökosystems.
Im Rahmen der Untersuchungen wurden u.a. folgende Tests durchgeführt:

  • Leuchtbakterientest
  • Daphnientest
  • Algentest

Übersicht über das Monitoring- und Auswerteprogramm

Alle durch das Monitoring erhobenen Daten werden im Rahmen eines Auswerteprogramms analysiert. Zunächst sind die zuvor erstellten Auswirkungsprognosen zu überprüfen (Ebene 2 des Auswertungsprogramms). Darüber hinaus soll weiteren Fragestellungen nachgegangen werden, die der Ebene 3 des Auswertungsprogramms zugeordnet werden können. Das Auswerteprogramm ist zwecks einer verbesserten Strukturierung in 6 fachliche Themenbereiche
untergliedert.

Lage und Messprofile der Dauermessstationen (Stationen D1, Sedimentfang (SF) West SF Nord und SF)
Monitoringprogramm - Dauermessstationen, Hydraulik und Hydrologie

Physikalisch bewirkt der Sedimentfang eine Aufweitung des Fließquerschnitts und damit eine Reduktion der lokalen Strömungsgeschwindigkeiten. Dies bewirkt wiederum eine verstärkte Sedimentation in diesem Bereich. Mit Hilfe des Sedimentfangs soll der sohlnah und stromaufwärts gerichtete Transport idealerweise unterbrochen werden. Zur Beurteilung der Auswirkungen werden vektorielle Strömungsstandsmessungen ausgewertet, die sowohl sohl- als auch oberflächennah an 4 Dauermessstationen durchgeführt werden. Die Stationen sind beidseitig der Fahrrinne in 2 Messprofilen ober- und unterhalb des Sedimentfangs angeordnet.
Zudem wird das hydraulische und hydrologische Messprogramm durch am Geräteträger installierte Sonden ergänzt, welche sohlnah und in größtmöglicher Nähe zur Fahrrinnenmitte Aufzeichnungen
über dortige Strömungsverhältnisse liefern. Ergänzt wird diese Maßnahme durch Strömungs- und Trübungsmessungen im Querprofil mittels ADCP Geräten („moving boat"). Zusätzlich sollen die an den 4 Dauermessstellen erhobenen Daten auf Auswirkungen des Sedimentfangs auf die lokalen Tidecharakteristika untersucht werden.

Lageplan der Sedimentproben
Monitoringprogramm - Sedimentbeprobung

Die maßgebenden Faktoren bei der Beurteilung der Umlagerungsfähigkeit sind, in Anlehnung an die Handlungsanweisung der WSV für den Umgang mit Baggergut im Küstenbereich HABAK-WSV (BfG, 1999) sowie dem BLABAK-TBT-Konzept (BMVBW, 2001), die Sauerstoffzehrung, die Schadstoffbelastung und die ökotoxikologischen Wirkungen des zu baggernden Sediments.

Probenahmeraster für die Sedimentbeprobung

Grundlage der Untersuchungen sind Sedimentkerne, die mittels Kolbenlot an 16 Stationen innerhalb des Sedimentfangs vor jeder Baggerung gewonnen und labortechnisch auf Sauerstoffzehrung, Schadstoffbelastung und die ökotoxikologische Wirkung analysiert werden. In den Zeiträumen außerhalb der Unterhaltungsbaggerungen findet in der Regel einmal monatlich eine Sedimentuntersuchung statt. Die Sedimententnahme erfolgt mit einem Greifer an 31 Stationen, d.h. es wird eine für die oberste Sedimentschicht (ca. 15 cm bis 20 cm) repräsentative, dafür aber lagerungsgestörte Probe gewonnen.

links: Geräteträger zur Bestimmung des bed load Transport, rechts: Geräteträger zur Erfassung des bed load Transports – Schematische Darstellung
Monitoringprogramm - Sohlnaher Sedimenttransport

Für die Beurteilung der Wirksamkeit eines Sedimentfangs vor Wedel ist es von Bedeutung, die räumliche (horizontale und vertikale) und zeitliche Variation der Transportraten und -richtungen von Sedimenten, vor allem im Nahbereich des Sedimentfangs zu erfassen. Ein erster Schwerpunkt des Monitorings hierzu ist das Erfassen des sohlnahen („bed load transport"), flussaufwärts gerichteten Transports von Sedimenten. Das sohlnahe Transportgeschehen soll mit Hilfe eines mit Messsonden bestücktem Geräteträgers erfasst werden, der im Sedimentfang und in diesem möglichst mittig in der Fahrrinne eingebracht wird.
Der Geräteträger soll kampagnenweise für 2 bis 4 Wochen eingebracht werden. Für die Untersuchung des sohlnahen Transportgeschehens können die punktuellen Trübungsmessungen mit der ARGUS Optical Backscatter Sonde (Trübungsmessungen, schichtgenau im vertikalen Profil) und den zwei OBS Sonden (punktuelle Messung der Trübung) analysiert werden. Ergänzt wird dieses Monitoring durch weitere sohlnahe Messungen (ca. 0,5 m über der Sohle) der Trübung und der Strömungsverhältnisse an den 4 Dauermessstellen. Darüber hinaus soll die Laboranalyse der in den Schwebstofffallen des Geräteträgers gefangenen Feststoffe (suspendiertes Sediment und Schwebstoffe) einen weiteren Wissensbeitrag zum verbesserten Verständnis des sohlnahen Transports in diesem Abschnitt der Tideelbe beitragen.

Links: Lageplan Schwebstoffmesseinrichtungen, rechts: Dauermessstation zur Schwebstoffmessung
Monitoringprogramm - Schwebstofftransport

Die Erfassung und Analyse der Schwebstoffdynamik über den gesamten Fließquerschnitt ist ein weiterer Schwerpunkt des Monitoringkonzepts. Es sollen die möglichen Auswirkungen des Sedimentfangs auf dieselbe untersucht und wenn möglich quantifiziert werden. Dazu stehen im Vergleich sohl- und oberflächennahe Trübungsmessungen an den 4 Dauermessstellen zur Verfügung, die jeweils 2 Messprofile ober- und unterhalb des Sedimentfangs bilden. Zudem werden sämtliche Trübungsmessungen zu Einsatzzeiten des Geräteträgers mit in die Analyse integriert.

Direkte Probenahme mit Hilfe von Pumpen innerhalb der Wassersäule und des Sedimentfangs.

Ein dritter Baustein zur Erfassung der Schwebstoffdynamik sind die vierteljährlich durchgeführten Kampagnen zur Messung von Trübung und Strömung sowie immer zeitgleich die Entnahme von Schwebstoffproben aus der Wassersäule an drei Messprofilen ober- und unterhalb sowie im Bereich des Sedimentfangs. Jede dieser Kampagnen erfolgt über den Zeitraum einer gesamten Tide.

Monitoringprogramm - Hydrographische Vermessungen

Das Monitoringkonzept sieht eine hydrographische Aufnahme des Sedimentfangs und seines nahen Umfelds alle 2 bis 4 Wochen vor. In den Zeiträumen der Herstellung bzw. den nachfolgenden Unterhaltungskampagnen soll wöchentlich eine hydrographische Aufnahme dieses Bereichs erstellt werden. Erweitert wird das Programm der Gewässervermessung durch Mehrfrequenzpeilungen und gleichzeitiger Sedimentecholotung, die alle 2 bis 4 Monate unter Mitführung eines ADMODUS Sonars durchgeführt werden sollen.

Gesamtanzahl Naturmesskampagnen bis einschließlich Oktober 2009 sowie Anzahl der Kampagnen im Berichtszeitraum März bis Juni 2008

Monitoringprogramm - Gewässergüte

Eine dauerhafte Überwachung der Sauerstoffgehalte und somit der möglichen Einflüsse des Sedimentfangs erfolgt an einer Dauermessstation. Hier wird der Sauerstoffgehalt kontinuierlich in zwei Ebenen sowohl oberflächen- als auch sohlnah erfasst. Weitere sohlnahe Messungen des Sauerstoffgehalts erfolgen am Geräteträger in räumlicher Nähe zur Fahrrinnenmitte. In den Zeiträumen zwischen zwei Baggerungen findet teilweise eine Messung und Einschätzung der Sauerstoffzehrung der sich ablagernden Sedimente statt, indem an 31 Positionen regelmäßig Sedimentproben entnommen werden.

Monitoringprogramm - Übersicht über die Naturmesskampagnen

Die nebenstehende Abbildung gibt vorab eine Übersicht über die im Rahmen des Monitoringprogramms bis einschließlich Oktober 2009 durchgeführten Naturmesskampagnen, informiert aber zugleich auch über die Kampagnen, die im Berichtszeitraum von März bis Juni 2008 durchgeführt worden sind.

Fischfaunamonitoring: Laichgründe und Verdriftungsschwerpunkte von Finteneiern und –larven
Monitoringprogramm - Fischfauna

Im Fokus des Monitorings hinsichtlich Fischfauna steht die Erfassung von Fischeiern und -larven der Finte. Die marinen Formen der Finte gehören zu den anadromen Wanderfischen. Das heißt, sie wandern zur Laichabgabe aus dem Meer in die Süßgewässer. Zur Laichzeit zwischen Mai und Juli sammeln sich daher die etwa 30 cm großen geschlechtsreifen Finten in den Flussmündungen um anschließend in die Unterläufe der Flüsse, wie zum Beispiel der Tideelbe zu ziehen. Da die Bestände der Finte rückläufig sind, ist diese Art in den Anhang der FFH-Richtlinie aufgenommen worden.
Die Erfassung der Fischeier und -larven erfogte mittels fischereibiologischer Untersuchungen. Zwischen April und Juli 2008 wurden insgesamt sechs Befischungskampagnen durchgeführt. Die Beprobung erfolgte mit Ringnetzen und Wasserschöpfern. Es wurden jeweils drei lateral und vertikal stratifizierte Proben sowie drei oberflächennahe Proben genommen. Den kompletten Bericht zum Fischfaunamonitoring können Sie unten auf der Seite einsehen.

Hopperbagger Lelystad

Wirksamkeit des Sedimentfangs:

Die erste Räumungskampagne zur Unterhaltung des Sedimentfangs Wedel fand bereits vom 22.10. bis zum 23.11.2008 statt. Dabei kam der Hopperbagger „Lelystad" zum Einsatz. Insgesamt wurden 99 Fahrten mit einem Ladungsvolumen von insgesamt 975.993 m³ Baggergut durchgeführt.

Man rechnet damit, dass künftig ca. alle 6 Monate gebaggert werden muss. Da die Sedimente nun an einer fest definierten Stelle, nämlich dem Sedimentfang, und nicht wie in der Vergangenheit verteilt in verschiedenen Hafenbecken und Kanälen, wo Baggerungen erheblich teurer und komplizierter sind, gebaggert werden, rechnet man außerdem mit wesentlichen Entlastungseffekten.

Oben: Peilung vom 24.04.2008 vor der Herstellung des Sedimentfangs, Unten: Peilung vom 25.06.2008 nach der Herstellung des Sedimentfangs (Datenquelle HPA)

Der Sedimentfang hat das Potenzial, über die in diesem Bereich ohnehin jährlich anfallenden Baggermengen von rund zwei Millionen Kubikmetern hinaus, weitere 0,5 bis zwei Millionen Kubikmeter Sedimente abzufangen.
Weitergehende Aussagen zum Sedimentationsgeschehen innerhalb des Sedimentfangs lassen sich aus den Ergebnissen des Monitorings ableiten. Das Monitoringkonzept sieht hydrographische Aufnahmen des Sedimentfangs und seines nahen Umfelds alle 2 bis 4 Wochen vor. Die nebenstehenden Abbildungen zeigen die Sohltopographie vor und nach der Herstellung des Sedimentfangs im Zeitraum Mai bis Juni 2008. Anhand dieser beiden Aufnahmen und vier weiterer hydrographischer Aufnahmen der Sohltopographie bis zum Oktober 2008 kann die Sedimentation im Sedimentfang und somit dessen Wirksamkeit nachfolgend erstmals beschrieben werden.

Hydrographische Aufnahmen der Sohltopographie zur verschiedenen Zeitpunkten vor und unmittelbar nach der Herstellung des Sedimentfangs sowie im Zeitraum bis zur ersten Unterhaltung des Sedimentfangs Ende Oktober 2008
Ab Ende Oktober 2008 hat die erste Unterhaltung des Sedimentfangs nach Herstellung stattgefunden. Die Aufnahmen zeigen, dass es im hergestellten Sedimentfang zu einer kontinuierlichen Sedimentation kommt, die zunächst in der Spitze im nordwestlichen Randbereich beginnt (Aufnahmen 25.06.2008 und 09.07.2008) und sich dann stromaufwärts schräg in östliche Richtung fortsetzt. Die Ausgangssohltiefe vor Herstellung des Sedimentfangs ist bereits im Laufe des Monats August großflächig erreicht worden (vergleiche Aufnahmen 08.08.2008 und 08.09.2008 mit Aufnahme 24.04.2008). Im östlichen Bereich des Sedimentfangs kommt es hingegen zu keiner nennenswerten Sedimentation. Hier schließt stromäufwarts ab Elbe-km 642 eine ortsstabile Dünenstrecke an, welche die Sohltopographie in diesem Abschnitt dauerhaft bestimmt.
trennlinie
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