
Entwicklung der Baggermengen der HPA [Quelle: HPA]
Die Feststofftransportvorgänge werden in erster Linie durch die vorherrschenden Strömungsgeschwindigkeiten bestimmt. So lagern sich feine Sedimente und Schwebstoffe in strömungsberuhigten Bereichen ab.
Zu diesen zählen u.a. wenig durchströmte Nebenelben und Hafenbecken. Diese Bereiche stellen oftmals auch Baggerschwerpunkte dar. Durch die ständig variierenden Randbedingungen können die Baggermengen örtlich beträchtlich variieren. So führen hohe Oberwassermengen wie beispielsweise im Sommer 2002 zu geringeren Baggermengen im Hamburger Hafen. Im langjährigen Vergleich jedoch zeigt sich, dass hier die Baggermengen innerhalb der Hamburger Delegationsstrecke bis 2005 beträchtlich zugenommen haben.

Jahresbaggermengen der Verwaltungen einschließlich der an Land verbrachten Mengen, sowie der Investitionsbaggermengen [Quelle: PG Strombau]
Aus der Graphik geht ebenfalls hervor, dass es weiter stromab von Hamburg anscheinend keinen nennenswerten Zusammenhang zwischen der Oberwassermenge und der Gesamtjahresbaggermenge mehr gibt. Der Räumeffekt des Oberwasserzuflusses ist hier zu schwach ausgeprägt.
Dennoch zeigen diese Entwicklungen deutlich, dass sich das System verändert hat. Welche Ursachen wie und in welchem Maße dazu geführt haben, lässt sich äußerst schwer zuordnen. Daher hat die Hamburg Port Authority 2006 ein Gutachten in Auftrag gegeben, um den nachteiligen Veränderungen auf den Grund zu gehen. Aus dem Gutachten geht hervor, dass es tatsächlich mehrere Gründe gibt, welche zu den Veränderungen geführt haben.
Offensichtlich findet jedoch aufgrund der zunehmenden Verformung der Tidekurve mit einem steileren Flutast und den damit stärker ausgeprägten Flutstromgeschwindigkeiten ein stromaufgerichteter Transport von Sediment statt. So gelangen zusätzliche Sedimentmengen und gröbere Kornfraktionen marinen Ursprungs in strömungsberuhigte Bereiche des Hamburger Hafens.
