IBA Labor "Klimafolgenmanagement - Herausforderung Wasser"

Die IBA-Hamburg richtet zu wichtigen Fragen und Aspekten innerhalb ihrer Leitthemen regelmäßig so genannte IBA-Labore aus. Dies sind mehrtägige Workshops auf den Elbinseln mit deren Hilfe die IBA-Hamburg Kontakt zu der nationalen und internationalen Expertenwelt halten will.

Im Rahmen dieser Reihe fand von Donnerstag den 19.02. bis Samstagabend in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover, der TU Hamburg-Harburg und der HafenCity Universität Hamburg ein dreitägiges IBA-Labor mit dem Thema „Klimafolgenmanagement - Herausforderung Wasser" statt.

Im Fokus dieser international besetzten Fachtagung standen dabei zukunftsweisende Ansätze und Techniken des Wassermanagements sowie innovative Konzepte und Strategien der wasserbezogenen Stadt- und Landschaftsgestaltung. Zahlreiche internationale und nationale Fachleute zeigten in insgesamt 12 Fachvorträgen verschiedene Strategien im Umgang mit den Folgen eines Klimawandels auf. Zu den insgesamt 150 Teilnehmern zählten neben den nationalen und internationalen Experten auch interessierte Bürger und Studenten der kooperierenden Universitäten.

Während der Symposien und den drei parallel stattfindenden Workshops wurden in interdisziplinärer Zusammenarbeit auf Basis der Fachvorträge stellvertretend für die gesamte norddeutsche Region gestalterisch-technisch-organisatorische Lösungsansätze für die Hamburger Elbinsel erarbeitet, präsentiert und zum Teil auch recht kontrovers diskutiert.

Die Auftaktveranstaltung des IBA-Labors fand im Kesselhaus in der HafenCity statt. Rechts im Bild: Uli Hellweg, Geschäftsführer der IBA Hamburg GmbH

Donnerstag:

Nachdem am Nachmittag bereits verschiedene Exkursionen über die Elbinsel stattgefunden hatten, wurden die Gäste auf der Auftaktveranstaltung am Abend von Dr. Stephan Hugo Winters dem Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt - Hamburg und Uli Hellweg dem Geschäftsführer der IBA Hamburg GmbH begrüßt. Danach erläuterte Dr. Engelbert Lütke Daldrup seines Zeichens Staatssekretär des Bundesministeriums für Bau, Verkehr und Stadtentwicklung die Strategie der Bundesregierung hinsichtlich der Anpassung an den Klimawandel.

Diskurs mit Prof. Dr. Erik Pasche vom Institut für Wasserbau an der Technischen Universität Hamburg-Harburg, Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Uli Hellweg und Prof. Peter Droege vom Institut Urban Sustainability, Climate Change and Planning Education an der Hochschule Liechtenstein. Moderation: Andrea Gebhard (von links nach rechts).

Es folgte ein, durch Andrea Gebhard, der Präsidentin des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten moderierter Diskurs.

Diesem spannenden, einleitenden Diskurs folgte ein Festvortrag mit dem Titel „Water and cities of the future". Gehalten wurde dieser von Prof. Dr. Kala Vairavamoorthy vom UNESCO-IHE Institute for Water Education Delft in den Niederlanden. Er stellte in seinem Vortrag in sehr anschaulicher Weise Probleme, Lösungsansätze und innovative Ideen hinsichtlich des Hochwasserschutzes aber auch der Wasserver- und -entsorgung vor. Dabei nahm er immer wieder Bezug auf die besonderen Situationen in weniger entwickelten Gebieten und stellte diese denen höher entwickelter Gebiete gegenüber.

Nach dem Festvortrag konnte man den Abend bei interessanten Gesprächen ausklingen lassen.

Uli Hellweg, Heinz Glindemann, Prof. Dr. Erik Pasche, Prof. Heike Langenbach, Andrea Gebhard, Prof. Dr. Hille von Seggern sowie Hans-Jochen Hinz auf dem Podium während einer Diskussions- und Fragerunde (von links nach rechts)

Freitag:

Der zweite Tag des IBA-Labors fand in der Schule Slomanstieg auf der Elbinsel Veddel statt. Das Symposium wurde durch Andrea Gebhard moderiert. Im Laufe des Tages stellte ein international aufgestelltes Ensemble, bestehend aus Fachleuten der Bereiche Wasserbau, Wasserwirtschaft, Stadt- und Landschaftsplanung, Architektur sowie Politik und Forschung, unterschiedliche Strategien für Städte und Metropolen im Umgang mit den Folgen des Klimawandels vor. Während international renommierte Expertinnen und Experten am Vormittag zunächst Konzepte zum Umgang mit dem Wasser erläuterten, lag das Hauptaugenmerk am Nachmittag eher auf nationalen und regionalen Strategien. So berichtete Dr. Daniela Jacob vom Max-Planck-Institut für Meteorologie über „Aktuelle Erkenntnisse zur Klimaentwicklung in Norddeutschland", und Prof. Dr. Hans von Storch vom GKSS Forschungszentrum in Geesthacht über die „Folgen der Klimaänderung für das Elbeästuar - Sturmflutereignisse und Meeresspiegelentwicklung".

Im Anschluss an eine weitere Diskussions- und Fragerunde referierten Hans-Jochen Hinz, Geschäftsführer des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer, Hamburg zum Thema „Stadtentwicklung und Hochwasserschutz in Zeiten des Klimawandels - die Strategie der Stadt Hamburg" und EBD Heinz Glindemann, Leiter der Stabstelle „Tideelbe und Hydrologie"; der Hamburg Port Authority erläuterte in seinem Vortrag das „Tideelbemanagementkonzept" der Hamburg Port Authority. Nachfolgend hielt Prof. Heike Langenbach vom Institut Landschafts- und Freiraumplanung an der HafenCity Universität, ihr Referat mit dem Titel „Landschaft im Fluss".

Prof. Dr. Erik Pasche vom Institut für Wasserbau an der TUHH stellte „Hochwasserrisikostrategien in Zeiten des Klimawandels - Innovative Konzepte und Techniken des gestaltenden Hochwassermanagements für Hamburg" vor. Dabei bezog sich Prof. Pasche direkt auf einzelne Szenarien in Wilhelmsburg und stellte auch Ergebnisse diesbezüglicher, mit der TU - Freeware Kalypso entwickelten Simulationsergebnisse vor.

Im Anschluss stellte Prof. Dr. Hille von Seggern vom Studio Urbane Landschaften an der Leibniz Universität Hannover den neuen Wasseratlas vor, welcher einen neuen Blick auf die komplexen wasserbezogenen Zusammenhänge der Elbinsel ermöglichen soll.

Diesem letzten Block schloss sich eine weitere Podiumsdiskussions- und Fragerunde an.

Durch ein Tagesresümee und Erläuterungen zu den folgenden Workshops durch die jeweiligen Workshopleiter wurde dieser Veranstaltungstag beendet.

Die Themen der Workshops wurden ausgiebig dokumentiert.

Samstag:

Am letzten Veranstaltungstag fanden drei parallele Workshops statt. Hier sollten die bisher gewonnen Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Fachdisziplinen genutzt werden, um Entwicklungsmöglichkeiten für den gesamten norddeutschen Raum zu erarbeiten und zu diskutieren. Fachliche Grundlage hierfür bildeten die in den vorausgegangen Tagen gehörten Expertenvorträge sowie natürlich auch die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten der Teilnehmer.

Teamarbeit in den Workshops

Nach einer kurzen Begrüßung erfolgte die Einführung in die Workshopthemen durch die jeweiligen Workshopleiter. Die Gruppen hatten drei Stunden Zeit, um ihre Ideen zu entwickeln und die Präsentationen vorzubereiten.

  • 1. Workshop (Prof. Pasche, Institut für Wasserbau, TUHH): „Leben mit mehr Hochwasser - Strategien des gestaltenden Umgangs mit Sturmflutereignissen und Überschwemmungsrisiken"

  • 2. Workshop (Prof. Antje Stokman, Studio Urbane Landschaften der Leibniz Universität Hannover): „Leben mit mehr Tidedynamik - Strategien des gestaltenden Umgangs mit Wasserschwankungen und Sedimentverlagerungen"

  • 3. Workshop (Prof. Dr. Wolfgang Dickhaut, HafenCity Universtät Hamburg): „Leben mit mehr Regenwasser - Strategien des gestaltenden Umgangs mit Gewässern und Regenwasserrückhaltung"
Visualisierung des Gedankenaustausches
Jeder Workshop wurde nochmals in drei Untergruppen aufgeteilt, in denen einzelne Teilaspekte bearbeitet wurden. Die Workshopteilnehmer verfügten über unterschiedliche Fachkenntnisse. Teilnehmer waren unter anderem Anwohner, Unternehmer, Mitarbeiter ansässiger Fachplanungsbüros, Studenten, Universitätsangehörige, Angestellte von Fachbehörden sowie Vertreter aus Politik und Vereinen. Zusammen wurden Ideen besprochen, Gedanken ausgetauscht und letztlich Konzepte entwickelt, die gemeinsam für die Präsentation aufgearbeitet wurden.
Prof. Antje Stokmann bei der Präsentation der Workshopergebnisse

Die Präsentation der Ergebnisse erfolgte am Nachmittag. Präsentiert wurde sowohl von den Workshopleitern als auch von den Leitern der einzelnen Untergruppen oder den Teilnehmern selbst.

Kommentiert wurden die Präsentationen durch Uli Hellweg dem Geschäftsführer der IBA Hamburg GmbH, Hans-Jochen Hinz dem Geschäftsführer des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (Hamburg), Prof. Jörn Walter dem Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg sowie Prof. Dr. Hille von Seggern vom Studio Urbane Landschaften der Leibniz Universität Hannover.

Im Auditorium herrschte eine entspannt offene Atmosphäre.

Das IBA-Labor bot Gelegenheit verschiedene Ansätze zu diskutieren und sich fachlich auszutauschen Die Fachbeiträge waren generell sehr interessant und anregend. Die Veranstaltung fand in einer sehr angenehmen, offenen Atmosphäre statt. Dies äußerte sich insbesondere auch bei der interdisziplinären Arbeit in den Workshops.

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