
4 Säulen des Sedimentmanagementkonzeptes für die Tideelbe
Da trotz aller Bemühungen auch in Zukunft weiter gebaggert werden muss, um den Anforderungen der derzeitigen Nutzungen gerecht zu werden, ist es von großer Bedeutung, dass die Baggerungen und Umlagerungen unter Berücksichtigung der Hydrodynamik und der ökologischen Auswirkungen koordiniert und optimiert werden.
Anschaulich lässt sich dies am Beispiel der Umlagerung von Baggergut aus der Hamburger Stromelbe und den Hafenzufahrten bei Tonne E3 nordwestlich von Scharhörn erklären. Aufgrund von temporären Engpässen bei der Bereitstellung der Wassertiefen in den Zufahrten zu den Containerterminals erteilte das Land Schleswig-Holstein erstmals sein Einvernehmen ein Teil des HPA Baggergutes in die Nordsee zu verbringen.
Nach jetzigem Kenntnisstand wurde hierdurch der Baggerkreislauf an der Landesgrenze bei Wedel deutlich reduziert. Der drastische Anstieg der HPA Baggermengen in 2004 und 2005 ist somit nachweislich auch auf Mehrfachbaggerungen zurückzuführen. Das Material welches bei Tonne E3 verbracht wurde, wurde somit nachhaltig aus dem Kreislauf entfernt.
Die höheren Kosten für die weiträumige Umlagerung stehen dabei einer Schadstoffanreicherung der im Kreislauf bewegten Sedimente an der Landesgrenze mit der daraus folgenden Belastung für den wertvollen limnischen Bereich der Tideelbe und den noch höheren Kosten für die Behandlung gegenüber.
Sollten sich die Schadstoffeinträge von Oberstrom in Zukunft weiter reduzieren lassen, kann unter Umständen auf die Entnahme und Behandlung von Baggergut ganz verzichtet werden. Bis 2025 ist dies jedoch noch ein wichtiger Baustein des Sedimentmanagementkonzeptes.
Allerdings kann dieses Konzept nur erfolgreich sein, wenn es ganzheitlich für die ganze Tideelbe betrachtet wird und gemeinsam mit den übrigen Verwaltungen und Elbanrainern erarbeitet wird.
Gemeinsam mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hat die Hamburg Port Authority im Juni 2008 ein ganzheitliches Strombau- und Sedimentmanagementkonzept erarbeitet, welches Perspektiven für den Umgang von Sedimenten aufzeigt und wasserbauliche Maßnahmen zur Schaffung von Tidepotenzial beeinhaltet, welche den Tidal Pumping Effekt wirksam reduzieren, um die nachteiligen Entwicklungen an der Tideelbe umzukehren.| Weiterführende Informationen |
Strombau- und Sedimentmanagementkonzept |
